Das Rennauto

07.8.2019 | 9.00 -12.00 Uhr |
…und keine zwei sind gleich… .
Vorschulkinder in der JuKuSch.

„Rennauto, 6318 Kilometer schnell“.

So kommentiert Samuel seine Zeichnung. Die Referentin hat es auf dem Blatt notiert. Samuel ist mit einer Gruppe von Vorschulkindern mittwochs im Atelier. Die Gruppe erarbeitet sich zusammen mit 2 Referentinnen ein kleines Varietéprogramm. Zu Beginn des Projektes setzen sich alle zusammen und überlegen, was in ihrem Programm vorkommen soll. Stifte und Papier liegen bereit, um eigene Ideen aufzuzeichnen. Die Kinder sind zwischen 5 und 6 Jahre alt. Im weiteren Verlauf werden sie die eine oder andere Idee zu Kulissen und Requisiten umsetzen, mit Pappe und Kartons, Dachlatten und Draht.

Aber zuerst zeichnen sie.  Samuell formuliert mit Buntstiften seine Idee eines Rennautos. Er nutzt die Gelegenheit, für sich selbst bildnerisch Zusammenhänge zu erschliessen für ein Objekt mit Eigenschaften, die ihm persönlich wichtig sind, von denen er schon einmal gehört hat und die ihn gedanklich beschäftigen. Solide befestigte Räder gehören dazu, ein Feuer spuckender Auspuff und ein gut geschütztes, einem Kokon gleichendes, Cockpit für den Fahrer.

Woher die Zahl 6318 kommt, ist nicht bekannt. Samuel wird auch erst in der Schule lernen, wie man Zahlen „richtig“ schreibt, aber mit seinem jetzigen Wissenstand ist es ihm dennoch wichtig, die Besonderheit seines Rennautos, seine Höchstgeschwindigkeit, in symbolhaften Hieroglyphen darzustellen. Mit seinem Bild dokumentiert er die Entwicklung zum bildhaften, anschaulichen Denken und zur menschlichen Fähigkeit im Zeichnen Zeichen zu finden. Und er macht auf wunderbare Weise deutlich, dass diese Fähigkeit eine kognitive Grundlage ist, ohne die wir zum Beispiel keine Schrift lesen könnten.


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